Warjas Ehemann, der Grafiker und Künstler Gottfried Honegger, erhält 1958 den
Auftrag, die Werbeabteilung für die J. R. Geigy AG in Ardsley aufzubauen und
übersiedelt zunächst allein nach New York. Warja reist im November nach dem Ende
der SAFFA nach. Sie mieten ein Penthouse im London Terrace in Chelsea. Auf der
einen Seite kann Warja die grossen Passagierschiffe auf dem Hudson River sehen,
auf der anderen Seite in der Nacht das Empire State Building bewundern. Sie hat
in dieser Zeit nur wenige Aufträge. So beginnt sie, grosse Gouachen zu malen, in
denen sie die Eindrücke der Grossstadt und der Malerei ihrer neu gewonnenen
Freunde wie Sam Francis, George Sugarman, Al Held und Mark Rothko verarbeitet.
Insbesondere die Freiheit, mit der die Künstlerfreunde arbeiten, machen Warja
grossen Eindruck. In Chinatown findet sie kleine Faltbücher, in die sie zu malen
beginnt. Es entstehen die Leporellos «Rotkäppchen» und «Wilhelm Tell».
Im Frühjahr 1960 zieht die Familie wieder nach Europa. Warja und Gottfried
kaufen eine Wohnung an der Rue Gassendi 5 in Paris, wo sie auch nach der
Trennung weiter wohnt und arbeitet. Die Druckerei von Adrien Maeght, bei dem
Warjas Bücher ab 1965 herauskommen, liegt gleich um die Ecke an der Rue
Daguerre, sodass es für sie einfach ist, jeden Tag dorthin zu gehen, den Druck
ihrer Lithografien zu begleiten und Korrekturen anbringen. Sie hat ein sehr
gutes Verhältnis mit den Druckern und liebt diese Arbeit sehr.